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Gelungener Auslandseinsatz der P56-Nutzlast

Samstag, 16. Mai 2009 23:10

Bericht des P56-Team (http://p56.de/news/?id=1211564431)


Anlässlich eines Tages der offenen Tür und gleichzeitiger Einweihung einer neuen Wetterstation der Meteorologie-AG durch den luxemburgischen Umweltminister an der Ecole Privée Fieldgen, einem privaten Mädchengymnasium, in Luxemburg-Stadt fand am Morgen des 23. Mai 2008 ein Stratosphären-Ballonstart mit Amateurfunk-Nutzlast statt. Das Projekt wurde unterstützt von zwei deutschen Ortsverbänden des DARC e.V. sowie dem Réseau Luxembourgeois des Amateurs d’Ondes Courtes (RL).

Der Start erfolgte auf einem Flachdach im 4. Stock der Schule, mitten in der Stadt und exakt in der Einflugschneise des Luxemburger Flughafens, auf dem ab 10 Uhr reger Flugverkehr beginnt. Aus diesem Grund stand dem Startteam, das hauptsächlich aus Schülerinnen bestand, nur ein sehr enges Zeitfenster zur Verfügung, welches mit dem lux-Airport Findel koordiniert werden musste.

Der unter dem Rufzeichen LX9EPF sendeten Ballon bestand dieses Mal gleich aus zwei Nutzlasten. So stellte der DARC e.V. Ortsverband Illingen Q13 seine bewährte ATV-Nutzlast mit zwei Kameras zur Verfügung, die abwechselnd horizontal oder nach unten filmte und beeindruckende Aufnahmen von Luxemburg machen konnte. Die zweite Nutzlast stellte der DARC e.V. Ortsverband Taubertal-Mitte P56 bereit. Diese übernahm die Aussendungen von Sprache, SSTV, APRS und PR auf diversen Frequenzen im 2m- und 70cm-Band.

Inhalt der Aussendungen von P56 waren Standbilder (SSTV), die der Ballon während der Startphase und des Fluges aufnahm. Weiter wurden per SSTV auch Diagramme von Messwerten, sowie Tracks der zurückgelegten Flugroute ausgesendet. Per APRS und PR kamen auch Informationen über Höhe, Batteriespannung, Druck, Feuchte, Innen- und Außentemperatur etc. hinzu. Viele dieser Infos wurden auch in Phonie ausgegeben. Neu an Bord war ein begrenzter Wortschatz in Luxemburgisch, Französisch und Englisch, der während des Fluges, aber nicht während der Landephase ausgesandt wurde. Außerdem waren zu diesem Start, neben diversen neuen und optimierten Sensoren, auch zwei neue Sender für 2m und 70cm an Bord, die die von einem ebenfalls neu implementierten GPS-Empfänger decodierten Daten in APRS ausgaben.

Um 9:56 Uhr Ortszeit hob der Ballon unter großem Applaus der anwesenden Personen vom Dach des Schulgebäudes ab und machte sich auf den alten P56-Höhenrekord von 2005 anzugreifen. Der Flug führte die Nutzlasten zunächst nach Westen in Richtung Autobahn A6. Nachdem diese in 4500m Höhe überquert war, drehte der Ballon über Helfenterbruck eine Schleife, bevor ihn die ab 6000m vorherrschenden Winde wieder nach Osten in Richtung Startplatz trugen. Anschließend wurde Luxemburg-Stadt ein zweites Mal, nur unweit der Schule, in inzwischen 10 km Höhe überquert. Der Ballon steuerte direkt auf den Flughafen Findel zu, dessen Rollbahnen er in 14,5 km Höhe quer überflog, während die Flugrichtung auf Nordost drehte und so rasch die Autobahn A1 passiert werden konnte. Östlich von Niederanven wechselte der Wind in 20 km Höhe ein weiteres Mal und trieb das Ballongespann fortan nach Nordwest in Richtung Eisenborn, von wo aus es nach Südwesten Richtung Müllendorf weiterging. Zu dieser Zeit strebte der Ballon das Knacken der P56-Höhenrekords von 2005 an, denn auf der Fahrt Richtung Kopstal stieg er auf eine Höhe von 31313 Metern und verfehlte die bisherige Höchstmarke damit nur um etwas mehr als 400 Meter, als er, nach etwa 100 Minuten Flug, platzte und wieder zurück nach Nordosten getragen wurde. Hier befand sich die Nutzlast die ersten etwa 12000 Meter im freien Fall, denn erst unterhalb der Marke von 20km war die Luft wieder dicht genug, damit der Fallschirm seine Wirkung voll entfalten konnte. Als über Lorentzweiler die Winde Richtung Süden wechselten betrug die Höhe über der Erdoberfläche bereits nur noch 6000 Meter. Für die restlichen Höhenmeter genügten dann 15 Minuten, ehe die Nutzlasten in der Nähe von Steinsel und Müllendorf in einem Feld nach 2,5 Stunden wieder den Boden berührten.

Das Interesse der Öffentlichkeit war angesichts des besonderen Ereignisses groß. So fanden sich auch diverse Vertreter von Medien an der Schule ein. Auch für die Verfolgung der Ballonfahrt wurde ein nicht unerheblicher medialer Aufwand betrieben. So wurden am Startplatz die ATV-Sendungen zusammen mit den restlichen Aussendungen empfangen und für einen Video-Live-Stream aufbereitet. Über den Internetauftritt von P56 standen zusätzliche Informationen durch einen Ticker zur Verfügung. Die Flugroute und Messwerte des Ballons wurden sofort grafisch dargestellt. Schließlich wurden alle Aussendungen der Nutzlast von P56 in Echolink eingespielt.

Wer den Start verpasst hat oder einen Start einmal live erleben will, ist sehr herzlich eingeladen am Freitag, den 27. Juni 2008 nach Friedrichshafen zu reisen. Dort wird im Zuge der Lehrerfortbildung des AATiS e.V. der nächste P56 Ballonstart stattfinden. Vielleicht ergibt sich am P56-Messstand auch die eine oder andere Gelegenheit eine interessante Diskussion zu führen.

Weitere Informationen zu diesem und anderen P56 Ballonstarts sind unter www.ballonprojekt.de zu finden.

Thema: LUXEMBURG 2008 (23.05.2008) | Kommentare (0) | Autor: do7vlr

Stratosphären-Ballon-Mission Illingen III trotz Problemen erfolgreich beendet

Samstag, 16. Mai 2009 22:54

Bericht unserer Ballonmission ILLINGEN 3 aus dem Saar-Rundspruch 18/2005


Eine Ballonmission ist erst abgeschlossen wenn die wertvolle Nutzlast mit den erforderlichen Ballonkomponenten geborgen ist und sich dann in sicheren Händen befindet.

An Christi Himmelfahrt, dem 5. Mai 2005 startet in Marpingen zum dritten mal ein Stratosphärenballon mit Amateurfunknutzlast. Diese Mission hatten die Mitglieder des OV Illingen Q13 schon über einen längeren Zeitraum vorbereitet. Leider wurde der geplante Lineartransponder für den genannten Start nicht fertiggestellt. Deshalb wurde auf vorhandene Komponenten zurückgegriffen und kurzfristig ein FM-Transponder zusammengebaut. Die Eingabefrequenz des Transponders mit dem Rufzeichen DF0AIS lag im 70cm- und die Ausgabefrequenz im 2m Amateurfunkband. Weiterhin bestand die Nutzlast aus dem üblichen GPS-Empfänger und den meteorologischen Sonden mit dem dazugehörigen 2m Sender. Diese Telemetriedaten wurden in Packetradio und mit einer Sprachausgabe auf einer weiteren 2m Frequenz ausgesendet.
Nach kurzer Flugzeit wurden keine Telemetriedaten empfangen was den kompletten Ausfall der zweiten Nutzlast bedeutete. Die letzten Daten zeigten eine Höhe des Ballon von 22 000 Meter, nicht unweit hinter der deutsch-französischen Grenze in der Nähe von Forbach mit der Flugrichtung Süden. Ab diesem Zeitpunkt fehlte die Standortbestimmung mittels GPS.
Der FM-Transponder arbeitete problemlos. Stationen aus fast ganz Deutschland, den Niederlanden und aus Belgien konnten miteinander in Kontakt treten. Und das funktionierte schon mit einem einfachen Dualband-Handfunkgerät.

Der Ballonflug endete nach 2,5 Flugstunden südwestlich von Saaralb in Lothringen. Geplant war diesmal eine kurze Missionsdauer von maximal drei Stunden, da am Nachmittag eine weitere Ballonmission in Bad Mergentheim stattfand und man Kollisionen des Funkverkehrs unbedingt vermeiden wollte.

Die nun spektakuläre Bergung der wertvollen Nutzlast vollzogen die routinierten “Ballonjäger“ Anton Waldner, DF8UZ und Josef Hölz, DG8SDR in Ihrer professionellen Art und Weise. Wobei mit Art durchaus die Kunst gemeint ist, dieses Drama doch noch glücklich enden zu lassen. Nicht verifizierbare Informationen liegen dem Q13 Team vor, dass eine G-Station, eine HB9-Station und (unwahrscheinlich) eine RK-Station über den Transponder gehört wurden bzw. diese den Transponder gehört haben.

Thema: ILLINGEN III (05.05.2005) | Kommentare (0) | Autor: do7vlr