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Mission in 30 000m Höhe

Samstag, 16. Mai 2009 21:34

Bericht aus dem Saar-Rundspruch 44/2003


Start des Stratosphärenballons DF0AIS mit Amateurfunknutzlast


Die Mädchen und Jungen des Illinger Ortsverbands Q13 im Deutschen Amateur-Radio-Club planten zusammen mit dem Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule (AATiS) für Samstag, den 01.11., den Start eines Stratosphärenballons mit einer Amateurfunknutzlast. Gestartet wurde um 10:35 Uhr nachdem die DFS (Deutsche Flugsicherung) ihre Erlaubnis für den Start gegeben hatte. Startort war das Clubgelände des Ortsverbands Illingen, Q13, auf dem Weinhausköpfchen, in der Marpinger Rheinstraße.

Der Ballon wurde auf 2 m Durchmesser befüllt, was dann in 30 km Höhe einen Durchmesser von ca. 12 m bedeutet, die Befüllung dauerte ca. 40 Minuten. An dem mit Helium gefüllten Wetterballon wurden meteorologische Sonden, ein GPS-Navigationssystem und ein Amateurfunkfernsehsender innerhalb von vier Stunden auf eine Höhe von 31.000 m gebracht, wo der Ballon schließlich zerplatzte.

Während der gesamten Ballonmission wurden ständig Daten wie Position, Locator, Flughöhe, Flugrichtung, Geschwindigkeit, Außen- und Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Batteriespannung und ein Livebild der eingebauten Kamera via Amateurfunkfernsehen zur Empfangsstation auf das Weinhausköpfchen gefunkt.

Die letzten ATV-Bilder zeigten den Überflug über den Rhein und dann über den Taunus aus 11.000 m Höhe. Dann fiel die Kamera wegen zu geringer Spannung aus. Nach ca.15 Minuten schaltete sich dann auch die Rufzeicheneinblendung und der ATV-Sender aus, da die Batteriekapazität vollkommen erschöpft war. Bis dahin lief alles perfekt nach Zeitplan.

Dann wurde es spannend. Auf dem Weinhausköpfchen befürchtete man ein Desaster. Ausfall des 2-m-Telemetrie-Sender kurz vor der Landung. Aber nach wenigen Minuten wurde das Signal noch mal empfangen. Glücklicherweise sendete der 2-m-Telemetrie-Sender noch mal als die Sinkphase des Ballons begann. Dem Bergungsteam erleichterte dies die Auffindung der Nutzlast. Es wird vermutet, dass der Spannungsregler des Senders wegen Überhitzung abgeschaltete, dann beim Sinkflug stärker abkühlte und wieder einschaltete.

Mittels APRS (Automatic-Position-Reportingsystem) konnte der Stratosphärenballon stets genau lokalisiert werden. Der Ballon landete um 15:40 Uhr in Mülverstedt zwischen Mühlhausen und Gera in Thüringen und hatte eine Flugstrecke von mehr als 300 km zurückgelegt. Das Bergungsteam mit Toni, DF8UZ, konnte dann nach kurzer Zeit den Ballon und die Nutzlast auffinden und bergen.

Die Leitstation DLØOI auf dem Weinhausköpfchen stand mit vielen Funkamateuren auf dem Packet-Radio-Converskanal 55 in Kontakt. Dort wurden allgemeine Fragen beantwortet, z.B. zum Gewicht der Nutzlast, der größtmöglichen Steighöhe usw. Gegen Ende der Mission wurden dann Telemetriedaten von Funkamateuren die sich in der Nähe der Flugroute des Ballons befanden übermittelt, da mit geringer werdender Höhe des Ballons der Empfang in Marpingen nicht mehr möglich war.

Dieses Experiment verfolgte das Ziel, den Jugendlichen verschiedene moderne Telekommunikationsverfahren und experimentelles Arbeiten zu vermitteln. Mit der Auswertung der Telemetriedaten, auch der Daten die Funkamateure aus der Schweiz, Luxemburg, Frankreich und Deutschland empfangen und zur Verfügung gestellt haben, wurde schon begonnen.

Thema: ILLINGEN I (01.11.2003) | Kommentare (0) | Autor: do7vlr