Bilder aus 31 Kilometer Höhe
Samstag, 16. Mai 2009 21:43
Bericht unserer Ballonmission ILLINGEN 1 vom 01. November 2003 aus der “Saarbrücker Zeitung”, Ausgabe für St. Wendel vom 11.11.2003
Amateurfunker schickten von Marpingen aus einen Heliumballon auf die Reise bis in die dünnsten Luftschichten
Marpingen (tog). Bis nach Thüringen sind sie mitgefahren. Den letzten Blick, den sie durch die Wolkendecke werfen konnten, ließ sie tief unten den Taunus erahnen. Das war aus etwa 11000 Metern Höhe. Zuvor waren sie bis auf 31068 Meter in die dünnsten Luftschichten vorgestoßen. Doch dann platzte der Ballon, die Fahrt sollte nach einer Strecke von 310 Kilometern ihr Ende finden. Zum Glück lief alles wie zuvor geplant und die “Gondel” des Stratosphärenballons schwebte am Fallschirm dem Erdboden entgegen. Und mit ihr die Kamera, durch die die Mitglieder des Ortsverbandes Illingen Q13 im Deutschen-Amateur-Radio-Club, an der Fahrt, zumindest vor dem Monitor, teilgenommen hatten. An der Fahrt des Stratosphärenballons.
Die Leitstation, von wo aus auch gestartet wurde, liegt auf dem Clubgelände der Illinger Funkamateure. Das Weinhaus-Köpfchen, eine sagenumwobene Anhöhe auf der Marpinger Rheinstraße, ist ihr Domizil. Ein Antennenwald verrät auch dem Laien, dass hier eher Halbprofis, denn Amateure ihrem Hobby nachgehen: dem Amateur-Funk. Ziel des Projekts Stratosphärenballon, das erfolgreich zum Abschluss gebracht wurde, war es, “dem Vereinsnachwuchs die verschiedenen neuen Kommunikationsverfahren näher zu bringen. Und sie durch experimentelles Arbeiten mit der modernen Technik vertraut zu machen”, so Frank Paulus Rieth, der Vorsitzende von Q 13. Unterstützt wurden die Jungen und Mädchen maßgeblich von Lukas Reinhardt. Auch die anderen Funker waren mit Herz bei der Sache. Dementsprechend wollten auch viele den Ballonstart mitverfolgen. Gut 40 Minuten lang war der Ballon mit Helium gefüllt worden, bis er schließlich einen Durchmesser von zwei Metern erreicht hatte. Nun wurde das Technikpaket befestigt, dann die Startfreigabe vom Kontrollzentrum des Frankfurter Flughafens eingenommen.
Grünes Licht vom Flughafen
“Grünes Licht”, kam von dort, der Start war frei. Würde der Ballon schnell genug ausreichend Höhe erreichen, so dass die Fahrt nicht in den umliegenden Bäumen ein jähes Ende finden würde? Es klappte auf Anhieb. Mit Applaus stieg er in die Lüfte und war schnell dem Blick der Zuschauer entschwunden. Jetzt ging es erst richtig los für die Funker. An ihrem Monitor verfolgten sie die den Ballon per APRS, das bedeutet Automatic Position Reporting System. Dieses automatische Positionsbestimmungs-System ließ die zurückgebliebenen Hobby-Funker auf einer Landkarte auf dem Computermonitor zu jeder Zeit wissen, wo sich ihr Ballon befand. Die Kamera schickte Bilder und ständig wurden Wetterdaten, Fluggeschwindigkeit und Flughöhe übermittelt. Als er in über 30 Kilometern Höhe bei einem Durchmesser von zwölf Metern wie erwartet platzte und am Fallschirm zu Boden segelte, war er bis nach Thüringen gekommen. Um 15.40 Uhr ging er bei Müverstedt zu Boden, wo ihn das hinterher fahrende Bergungsteam fand und die technische Ausrüstung sicher stellte.
Thema: ILLINGEN I (01.11.2003) | Kommentare (0) | Autor: do7vlr

